Pikey Peak Trekking in Nepal

Pikey Peak: Unbekanntes 6-Tages-Trekking in Nepal

Der beißend kalte Wind peitscht dir um die Ohren, lässt dich am gesamten Körper zittern, während du dich umgeben von gewaltigen 8.000ern inmitten des Himalayas wiederfindest. Die bunten Gebetsfahnen klackern lauthals durch die rasante Zugluft. Gerade ist die Sonne im Begriff die Landschaft in ein goldenes Morgenlicht zu legen und dich mit einem Hauch Wärme zu versorgen. Du hast den Pikey Peak erreicht. Dieses Gefühl trägt Stolz mit einer Prise Pioniergeist in sich.

Denn der Pikey Peak Trail ist ein bisher kaum bekanntes Mehrtages-Trekking in Nepal. Bei unserer Nepal Reiseplanung waren wir lange auf der Suche nach dem für uns perfekten Trekking. Die Anreise per Flug nach Lukla – teuer und witterungsbedingt unplanbar. Der Everest Base Camp Trek – lang und ohnehin zu überlaufen. Zum Annapurna? Wenn wir in Nepal sind, möchten wir auch den legendären Mount Everest zu Gesicht bekommen.

Reisedaten Nepal

Reisezeit: November-Dezember 2025
Reisedauer: 3 Wochen
Unterkunftsart: Hotels, Teehäuser, Camps

Altmodisch und klassisch war es dann ein Zeitungsartikel, der uns schicksalsträchtig den perfekten Fund präsentierte: den Pikey Peak. Noch nie gehört? Wir auch nicht. Eigentlich schon Grund genug, dieses Trekking in Nepal auszuprobieren. Doch wir haben noch mehr Gründe, die wir dir nicht vorenthalten möchten.

Hier bekommst du einen vollständigen Trekking-Guide für den Pikey Peak in Nepal.

Wann ist die beste Reisezeit für ein Nepal Trekking?

Im Allgemeinen ist die beste Reisezeit für ein Trekking in Nepal im Frühling (März-Mai) oder im Spätherbst/Winter (Oktober-Dezember). Wir selbst sind den Pikey Peak Trek Anfang Dezember gelaufen und hatten perfektes Trekkingwetter: trockene Wege, strahlend blauer Himmel und eine unglaubliche Sicht auf Everest, Lhotse & Co. Allerdings kommt es stark darauf an, welches Trekking du wählst und auf welcher Höhe zu dich befindest. Denn in den letzten Monaten des Jahres liegt die Schneefallgrenze zum Teil bereits auf 5.000 Metern. Die Herbst- und Wintermonate können knackig kalt sein.

Was kostet Trekking in Nepal?

Auch das kommt stark auf die Trekking Route an. Während für beliebte Nationalparks und Trails Permits und ggf. verpflichtende Guides nötig sind, ist der Pikey Peak Trail (noch!) absolut Low Budget geeignet. Generell kommen folgende Kostenblöcke auf dich zu: Anreise, Übernachtungskosten in Tea Houses, Verpflegung, ggf. Guide und Porter. Unsere Kosten haben wir dir unten im Blogbeitrag aufgestellt.

Kann man in Nepal alleine wandern?

Kommt drauf an. Viele Trekkings kannst du in Nepal auf eigene Faust machen, besonders wenn die Infrastruktur gut ausgebaut ist. Auf frequentierten Routen wirst du ohne Zweifel auf Mitwanderer stoßen. Wir würden dir für deine eigene Sicherheit empfehlen, dich mit ein paar anderen zusammenzuschließen oder dir einen lokalen Guide zu suchen, wenn es sich anbietet, denn hin und wieder kommt es zu Bergunglücken oder Unfällen wegen unvorhersehbaren Wetterumschwüngen.

Welche Schuhe eignen sich für ein Nepal Trekking?

Für ein Trekking in Nepal solltest du definitiv gute Wanderschuhe einpacken. Am besten knöchelhoch und mit gutem Grip. Stabilität ist hier sehr wichtig, denn Krankenhäuser sind im Zweifel sehr weit entfernt. Wir können dir beispielsweise die Trekking-Schuhe von Giesswein* absolut empfehlen. Die sind, dank der Merino Wolle, absolut komfortabel und atmungsaktiv, sodass du auch auf Mehrtagestrekkings nicht mit Fußschmerzen kämpfen musst. Mit unserem Code WORLD20 erhältst du 20% Rabatt auf das gesamte Sortiment. Lohnt sich!

Wanderin auf dem Pikey Peak in Nepal

4 gute Gründe für Pikey Peak in Nepal

Wenig frequentiert
Allein die Tatsache, dass wir in 6 Tagen nur auf eine Hand voll (im wahrsten Sinne des Wortes) Wandernde getroffen sind, spricht für sich. Der Pikey Peak zählt definitiv zu den unbekannten Trekkings in Nepal und existiert in dieser Form auch erst seit ein paar Jahren. Entsprechend ist die Infrastruktur zwar noch nicht ausgereift, aber in Zukunft könnten solche Routen die stark überlaufenen und belasteten Routen entlasten.

Der Ausblick
Das Geniale am Pikey Peak ist, dass du dich nicht für einen Berg entscheiden musst. Wusstest du zum Beispiel, dass du beim Everest Base Camp nicht einmal einen ordentlichen Blick auf den Everest hast? Auf dem Pikey Peak Trail, der ein Rundkurs ist, wirst du mit dem Ausblick auf gleich mehreren 8.000er belohnt: Everest, Lhotse, Kanchenjunga, Makalu und viele weitere.

Moderate Höhe und Dauer
Der Pikey Peak führt dich von ca. 2.900 Metern auf ein Maximum von 4.065 Metern. Diese Höhenlage ist auch in den klaren Wintermonaten noch gut zu bewältigen und du hast ein geringeres Risiko für Höhenprobleme. Daher ist diese Route auch für weniger erfahrene Bergsteiger geeignet, wobei du dennoch kein totaler Anfänger sein solltest. Zudem benötigen viele der bekannteren Routen, wie der Everest Base Camp Trek oder der Annapurna Circuit mindestens 10 Tage, was die Reiseplanung sprengen kann. Der Pikey Peak ist bereits in 4 Tagen zu absolvieren, aber flexibel verlängerbar. Wir haben uns für eine 6-Tages-Tour entschieden, um auch in die Kultur eintauchen zu können.

Überschaubare Anreise
Der Start- und Endpunkt ist von Kathmandu mit dem öffentlichen Bus zu erreichen. Auch wenn diese Fahrt 10-11 Stunden in Anspruch nimmt, musst du für andere Trekkings in Nepal oftmals noch mehr Zeit einplanen. Auf dieser Route existieren (noch) keine Touristenbusse, die in Nepal deutlich komfortabler und dennoch erschwinglich sind. Entsprechend authentisch ist bereits die Anreise im Jeep oder Local-Bus.

Gebetsfahnen auf Nepal Wanderung im Himalaya

3 Varianten für das Pikey Peak Trekking

Wenn diese Wanderung in Nepal zu den unbekannteren Routen zählt, stellt sich im Anschluss natürlich die Frage nach dem Wie. Grundsätzlich gilt: Es ist für diese Nepal Wanderung ist kein Guide vorgeschrieben und, entgegen mancher Behauptung, sind auch keine Permit-Kosten damit verbunden.

Geführte Privattour
Die einfachste, allerdings auch kostspieligste Variante ist eine geführte Privattour. Eine solche Tour kannst du beispielsweise über deine Unterkunft in Kathmandu arrangieren lassen. Wegen der Unpopularität des Pikey Peak findet sich in den wenigsten Fällen eine Gruppe zusammen. Über unsere Unterkunft, das Nivas Boutique Home*, bekamen wir von einer herausragend bewerteten Trekkingagentur ein Angebot über 470 US-Dollar für eine 8-Tages-Tour, was wir dankend abgelehnt haben.

Freier Privat-Guide
Denn wir gaben die Hoffnung nicht auf, uns einer kleinen Gruppe anzuschließen. Wir wollten nämlich anfangs am liebsten weder komplett allein (mit einem Guide) wandern noch in einer übergroßen Gruppe. Und tatsächlich: Von einer Nepalesin wurden wir über eine Facebook-Gruppe eingeladen, sie und ein paar Freunde zu begleiten. Leider hat sich der Plan spontan zerschlagen, weshalb sie uns kurzum den Kontakt eines befreundeten Guides vermittelte.

Jetzt kommt Chhabi ins Spiel. Du hast nämlich auch die Möglichkeit, abseits der Touranbieter in Kathmandu, einen freien ausgebildeten Trekking-Guide zu engagieren. Diese Variante ist mit deutlich geringeren Kosten verbunden. Wieso wir letztlich doch überaus dankbar waren, Chhabi an unserer Seite zu haben, wirst du im Laufe des Beitrags noch merken.

Auf eigene Faust
Du kannst den Pikey Peak auch vollständig auf eigene Faust unternehmen. Wir sind auf drei weitere Reisende getroffen, die zur selben Zeit genau das taten – und Chhabi ausgefragt haben 😉. Die Wege sind zwar einigermaßen gut ausgeschildert, dennoch hilft es enorm, wenn jemand weiß, was im Folgenden auf uns zukommt und die Übernachtungen für die kommende Nacht vorab telefonisch klarmachen kann.

Egal, welche Variante zu wählst, dein Ausgangspunkt wird aller Voraussicht nach die Hauptstadt Kathmandu sein. Da du, solltest du nicht noch zusätzlich einen Sherpa als Porter engagieren wollen, dein Gepäck die gesamte Zeit selbst tragen musst, empfiehlt es sich, nur das mitzunehmen, was du für eine 6-Tages-Wanderung benötigst und den Rest in Kathmandu zu parken. Eine logistische und mentale Herausforderung, dabei an alles zu denken und das passende Gepäckstück parat zu haben.

Erleichtert hat uns dabei unsere Lieblingsunterkunft, wo wir unsere großen Rucksäcke sicher verstauen konnten und nach dem Pikey Peak Trekking mit unserem Gepäck und sauberem Zimmer herzlich zurückempfangen wurden. Absolute Herzensempfehlung in Kathmandu!

Unsere Unterkunft in Kathmandu:
Nivas Boutique Home auf Booking.com*

Pikey Peak ist eine unbekannte Wanderung in Nepal

Packliste für den Pikey Peak

Und damit du am Vorabend mit gesamtem Rucksackinhalt auf dem Bett ausgebreitet nicht so verzweifelt bist wie wir, hier unsere Packliste für dein Pikey Peak Abenteuer (ausgelegt auf 6 Tage):

✅Dicke, windabweisende Jacke
✅2 Trekkinghosen
✅2 T-Shirts
✅2 Langarmshirts (ggf. Thermo)
✅Trekkingschuhe (z.B. von Giesswein*)
✅Flipflops (zum Duschen)
✅Handschuhe
✅Mütze/Stirnband
✅Loop-Schal
✅Langer Schlafanzug
✅Unterwäsche und Socken für jeden Tag
✅Dünner (Hygiene)-Schlafsack, z.B. aus Baumwolle oder Polyester
✅Wärmflasche, ggf. Wärmepads
✅Sonnenbrille

✅Sonnencreme
✅Filterflasche oder Wassertabletten
✅Klopapier
✅Feuchttücher
✅Duschzeug
✅Handseife
✅Handtuch
✅Zahnbürste und Zahnpasta
✅Lippen- und Handpflege
✅Medikamente
✅Kopf-/Taschenlampe
✅Powerbanks
✅Kamera
✅Snacks deiner Wahl (z.B. Protein-/Getreideriegel, Nüsse, Obst)

Wandern in Nepal

Infrastruktur auf dem Pikey Peak

Auf dem gesamten Pikey Peak Trekking kommst du an keiner einzigen größeren Ortschaft, geschweige denn einem Supermarkt vorbei. Hotels suchst du ebenso vergeblich – auch wenn sich die Häuser der Familien gerne mal so nennen. Übernachtet und gegessen wird hier in sogenannten Teehäusern in kleinen Dörfern. Über die Ausstattung der Tea Houses auf der Wanderung lässt sich im Vorhinein nahezu nichts herausfinden. Daher möchten wir dir unsere Erfahrung teilen.

🍚 Es gibt nicht nur Dhal Baat! Die Speisekarten sind überraschend üppig – von Thukpa, einer gehaltvollen Nudelsuppe, bis zu Pancakes oder Müsli zum Frühstück ist viel Variation dabei und das zu kleinen Preisen. Vegetarier und Veganer haben keine Probleme.

🚿 Warme Duschen sind gelegentlich gegen einen kleinen Aufpreis möglich, aber alles andere als gut. Pack dir auf jeden Fall Duschsachen ein, aber erwarte nicht zu viel. Erst am letzten Tag in Phaplu konnten wir uns mit wirklich warmem Wasser, den Schweiß und Dreck von der Haut spülen. Plane deine Dusche gleich nach Ankunft, denn wenn die Sonne einmal verschwunden ist, wird es bitterkalt. Dann ist Zeit für den warmen Kamin im Aufenthaltsraum.

💵 In den Teehäusern gibt es das Notwendigste zu kaufen, z.B. Klopapier, Wasser und auch Alkoholika. All das ist allerdings etwas teurer als üblich. Nimm dir daher ausreichend Bargeld mit und am besten eine Filterflasche für Leitungswasser mit. Denn abgepacktes Trinkwasser wird mit zunehmender Höhenlage wirklich kostspielig.

🛜Nur mit einer SIM-Karte von Nepal Telecom hast du auch auf weiten Strecken des Pikey Peak Trails Internetempfang. NCELL taugt hier nicht viel. Die Tea Houses bieten auch WLAN, oftmals gegen einen kleinen Aufpreis. Gerade wenn du auf eigene Faust unterwegs bist, solltest du auf die Wahl des Anbieters achten.

Ablauf & Highlights auf dem Pikey Peak

Tag 1

🏔️ Höhe: 2.800m
🛏️ Geschlafen im Magar Hotel Dhap

Der 1. Tag bestand zu 90 Prozent aus einer ruckeligen Fahrt durch das bergige Niemandsland, zu elft in einem Jeep, der auf acht Personen ausgelegt ist. Der Spaß begann um 4 Uhr in der Nacht und brachte uns mit unzähligen Serpentinen, einem Dutzend lautdröhnenden nepalesischen Pop-Songs und 10 Fahrstunden nach Dhap Bazaar, dem Ausgangspunkt der Pikey Peak Wanderung. Das große Ziel ist von hier bereits deutlich sichtbar. Streng genommen handelt es sich nämlich sogar um 2 Pikey Peaks.

Pünktlich mit Beginn des großen Abenteuers stellte mir mein Körper ein Bein, indem er eine fiese Erkältung ausbrütete, die synchron zu den Höhenmetern in den kommenden Tagen ihren Peak erfahren würde.

Belohnt wurden die Strapazen mit einem strahlend blauen Himmel und einem ersten Blick auf den Mount Everest. Das kam unerwartet!

Nepal Reiseberichte und Reisetipps
Zweiter von links: Everest.

Tag 2

🥾 3,5 Stunden (Zeitangaben immer inkl. Pausen)
🏔️ Höhe: 2.960m
🛏️ Geschlafen im Himalaya Lama Hotel

Nach einer unruhigen ersten Nacht auf holzhartem Untergrund schnürten wir die Wanderschuhe um 8 Uhr. Die erste Etappe führte weitestgehend über sandigen Untergrund und blieb anfangs flach bis absteigend. Im weiteren steiler werdenden Verlauf heiterten uns zwei Kleinkinder auf einer Mauer liegend auf, riefen uns zuckersüß „Namaste“ zu. Der Hund des Dorfes wies anschließend uns den Weg.

Blick auf das Dorf Jhapre im Himalaya in Nepal
Kinder im Himalaya in Nepal

Im Dorf Jhapre beschlossen wir gemeinsam mit Chhabi, entgegen unseres Plans, hierzubleiben. Chhabi konnte im nächsten Dorf niemanden telefonisch erreichen – das Risiko vor verschlossenen Türen zu stehen stand in keinem Verhältnis zu einer weiteren 3-stündigen Wanderetappe. Zudem gibt es in Jhapre ein nettes Kloster und die Infrastruktur des Teehauses ist bedeutend besser. Wir haben uns hier unter den superlieben Locals pudelwohl gefühlt.

Ich nutzte die Zeit für eine erste kurze Dusche, bevor Chhabi uns einiges über die Region und das Kastensystem in Nepal erzählte. Die Menschen, die diese Region besiedeln, stammen von verschiedenen Kulturen ab – nicht sehr viele gehören den Sherpa an.

Teehaus beim Wandern in Nepal
Zimmer eines klassischen Teehauses in Nepal.
Teehaus in den Bergen Nepals
Im Aufenthaltsraum gibt es immer einen Kamin.

Nach einem epischen Sonnenuntergang, wärmten wir uns am lodernden Feuer des Kamins auf und schlüpften schnell ins Bett. Schließlich mussten wir die ausgelassene Etappe morgen aufholen und den Großteil der Höhenmeter auf dem Pikey Peak Trail zurücklegen.

Tag 3

🥾 7 Stunden
🏔️ Höhe: 3.900m
🛏️ Geschlafen in der Peekye Shangri La Lodge

Hoch, höher, noch höher. Das war das Motto, des zweiten Wandertages. Asynchron zum Aufstieg, sanken meine Kräfte sukzessive in den Keller. Meine Erkältung war so weit vorangeschritten, dass der Schleim in den Nasennebenhöhlen das Atmen in der Höhe immens erschwerte. Während unserer ausgiebigen, sonnigen Mittagspause im kleinen Bergdorf Lamje leistete uns ein aufgewecktes Mädchen Gesellschaft und sorgte gemeinsam mit einer flauschigen Tibetdogge und grasenden Yaks für unsere Unterhaltung.

Tibetdogge in Nepal
Wanderweg auf den Pikey Peak in Nepal

Die Umgebung bot an diesem Tage Abwechslung. Staubige Büche wurden abgelöst durch saftigere Rhododendronwälder. Als wir die 3.500-Meter-Marke am Nachmittag knackten, wechselte der Aggregatzustand kleiner Bachläufe von flüssig zu fest. Der Weg zum letzten Teehaus vor dem Pikey Peak zog sich ins Unermessliche. Schließlich ging es für uns noch am Base Camp für weitere 100 Höhenmeter weiter, um einen möglichst kurzen Aufstieg zum morgigen Highlight zu haben. Ein paar Kuscheleinheiten mit der Hauskatze schenkten uns wieder Kraft. Früh krochen wir mit frisch gefüllten Wärmflaschen in die harten Betten.

Katze in Nepal

Tag 4

🥾 1 Stunde Aufstieg zum Peak + 8 Stunden Abstieg
🏔️ Höhe: 2.700m
🛏️ Geschlafen im Apple Garden Junbesi

05:20 Uhr. Der Vollmond strahlte in voller Pracht und machte damit jegliche Kopflampe unnütz. Überraschenderweise hielt sich die Eiseskälte in Grenzen – dachte ich beim Aufstieg, der uns weniger Zeit kostete als gedacht. Noch eine Kurve, noch ein letztes Mal drei große Schritte herauf – und da fegte uns der klirrend kalte Wind um die Ohren. Rechts neben uns erstreckte sich eine mächtige Bergkette voller 8.000er. Die schneearme, geometrische Spitze des Everest ragte empor, unerschütterlich. Hinter uns hing der Vollmond in pinkfarbenem Himmel. Links neben uns wehten die bunten Gebetsfahnen rund um das Gipfelkreuz. Vor uns kämpfte sich die Sonne gegen den Wind ihren Weg nach oben. 

Sonnenaufgang auf dem Pikey Peak in Nepal

Wir waren mitten im Himalaya! 360 Grad um uns herum nichts als Gebirge. Ich zitterte am ganzen Leib, verkroch mich kurzerhand gemeinsam mit unserem Begleithund an eine windgeschützte Stelle in der Hoffnung auf wärmende Sonnenstrahlen.

Pikey Peak Trekking in Nepal

Selbst Chhabi hatte diesen Ort erst zweimal zuvor besucht, so unbekannt und neu ist diese atemberaubende Nepalwanderung.

Trotz dieser Kulisse, die schöner nicht gemalt werden könnte, erwartete mich eine Herausforderung nach der anderen: Es galt, einen Grat zu überwinden, der uns auf die andere Seite des Pikey Peak führte, um unseren Abstieg in Angriff zu nehmen. Allmählich schrie der Magen nämlich auch nach einer Belohnung für die Strapazen. Ob meiner Höhenangst fiel mir der letzte Blick auf Everest, Lhotse & Co. schwer, zu fixiert war ich auf meine Füße.

Wanderung in Nepal

Das Frühstück auf einer Yak Farm im Dorf Jasmane Bhanjyang versorgte uns mit den nötigen Kalorien für einen letzten erheblichen Aufstieg, bevor uns ein elendig langes Waldstück in den Wahnsinn trieb. Der steile Abstieg von mehr als 1.000 Höhenmetern nahm kein Ende. Am späten Nachmittag erschien Junbesi wie eine Fata Morgana. In Junbesi, ein Ort, der im Tal liegt, ist bedeutend mehr los. Hier steppt zwar nicht der Bär. Aber dafür Mäuse in der Wand unseres Zimmers, die uns am Abend ein paar Stunden Schlaf raubten.

Yak Farm im Himalaya in Nepal

Tag 5

🥾 2,5 Stunden
🏔️ Höhe: 2.700m
🛏️ Geschlafen im Apple Garden Junbesi

Heute ist Pause angesagt! Na ja, nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Denn ein Besuch der Thupten Choeling Monastery ist nochmals mit einer 1,5-stündigen Wanderung bergauf verbunden. Aber es lohnt sich, wenn du die tibetische Kultur auf echte Art kennenlernen möchtest. Dieses buddhistische Kloster ist eines der wenigen, in dem sowohl Mönche als auch Nonnen leben. Gleich hinter dem Eingang befindet sich eine Schule. Die Tradition besagt, dass sich jeder zweitgeborene Sohn auf den Weg der Schule der Mönche begeben soll.

Schule in der Thupten Choeling Monastery in Junbesi
Buddhistisches Kloster auf Wanderung in Nepal

Einen Pausentag schienen heute auch die etwa 300 Geistlichen, die hier leben, zu haben. Samstags finden nämlich keine Zeremonien statt. Zunächst bedauerten wir dies, erkannten aber schnell den großen Vorteil. Dank Chhabi wurden wir vom hoch angesehenen Lama (Priester) des Klosters in die heiligen Hallen geladen, konnten mit ihm als Übersetzer seinen Geschichten lauschen und wurden anschließend mit dem Umbinden eines roten Bandes gesegnet.

Stupa der Thupten Choeling Monastery
Malender Mönch in der Thupten Choeling Monastery

Die Person des Lama hat im tibetischen Kulturkreis einen hohen Stand. Er entscheidet unter anderem, wo die Leichname der Verstorbenen hingebracht werden. Chhabi führte uns weiter hinauf in der Klosteranlage, wo mehrere Nonnen flache Figuren in Feuerschalen mit brennender Holzkohle verbrannten. Chhabi erklärte uns, dass die Figuren aus einem Gemisch aus Erde und Asche von Toten hergestellt werden. Dieses spirituelle Verbrennungsritual gilt als Zeichen an die Götter.

Nonnen in der Thupten Choeling Monastery
Rituelle Figuren für Verbrennungszeremonie in Nepal

Der Besuch im Thupten Choeling Kloster wirkte lange in uns nach. Die Besonderheit lag in der Nähe, der Echtheit, der Authentizität dieses Erlebnis. Im Kloster befanden sich, außer uns, keinerlei andere Reisende. Ohne Chhabi hätten wir uns nicht getraut, so weit vorzudringen und rein sprachlich weitaus weniger mitnehmen können.

Tag 6

🥾 3,5 Stunden
🏔️ Höhe: 2.500m
🛏️ Geschlafen im Numbur Guesthouse Phaplu

Der letzte Tag des Pikey Peak Trekkings in Nepal dient ausschließlich dem Mittel zum Zweck: zurück zur Hauptstraße zu gelangen. Landschaftlich ist dieser Streckenabschnitt kein Highlight mehr, dafür endete die körperliche Anstrengung  heute bereits nach weniger als 4 Stunden. Unsere beanspruchte Wadenmuskulatur dankte es uns. Ich wiederum war endlos dankbar für eine heiße Dusche zwischen Wellblechen im Garten des Tea Houses in Phaplu.

Kleine Brücke in den Bergen Nepals

Tag 7

Der siebte und letzte Tag der Pikey Peak Tour bestand, analog zum ersten, ausschließlich aus ruckeliger Fahrt zurück nach Kathmandu. Mit dem Unterschied, dass wir diesmal den Bus statt einen Shared Jeep wählten. Obwohl der Bus 500 NPR günstiger pro Person ist, ist zumindest mehr Beinfreiheit garantiert. Achte dabei aber unbedingt darauf, deinen Rucksack in eine Hülle einzupacken, da der Innenraum extrem staubig und dreckig wird, und darauf, dass du nicht die vordersten Sitze an der Tür bekommst, da du ansonsten im Zug und im Durchgang sitzt. Beide Learnings beruhen auf eigener Erfahrung 😆.

Stupa auf dem Pikey Peak Trail in Nepal

Unsere Kosten für die Pikey Peak Tour

Wie oben erwähnt, haben wir uns für einen Mittelweg entschieden. Du kannst für den Pikey Peak demnach deutlich weniger ausgeben, wenn der gesamte Posten des Guides wegfällt, aber auch deutlich mehr. Dazu möchten wir sagen, dass wir den Eindruck hatten, mit Chhabi an deutlich günstigere Konditionen in den Teehäusern zu kommen. Offiziell lagen die Preise nämlich immer etwas höher.

🥾 Guide = 356€ (35 USD pro Tag pro Person)
🏠 Unterkünfte & Verpflegung = 128,75€
🚐 Transport = 40,87€
Gesamt = 525,62€ (262,81€ p.P.)

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Mit unserer Arbeit sparen wir dir einen Reiseführer und geben dir aus erster Hand vollkommen kostenlos und mit viel Liebe unsere besten Reisetipps mit auf den Weg. Hier kannst du als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit etwas Trinkgeld hinterlassen.
P.S. Wir trinken gerne Wein beim Schreiben 😉

Podcast zum Thema

Über die Frage, ob die absolute Sparversion des Reisens wirklich immer so cool ist oder ob es nicht viel nachhaltiger ist, in einen Local Guide zu investieren, sprechen wir in dieser Podcast-Folge. Außerdem erzählen wir noch einige sehr spannende Geschichten und vom Auf und Ab unseres Gemütszustands während des Pikey Peak Trekkings. Das ist eine der besten Podcast-Folgen, die wir je aufgezeichnet haben, und viel wertiger als es jeder Herrlich!-Ehrlich?-Abschnitt sein kann.

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Reiseautorin Hannah Hülsmann von Generation World
Hannah

Hey, ich bin Hannah - Gründerin von Generation World, meinem Herzensprojekt. Meine Idee von Generation World entstand intuitiv und ist mittlerweile zu einem Teil meiner Berufung geworden. Das Schreiben über unsere Reisen bedeutet für mich Kreativität und Freiheit. Deshalb bin ich richtig glücklich darüber, 2021 mein erstes Buch, Pachamama - Reise ins Unbekannte, veröffentlicht zu haben.

Wäre doch viel zu schade, wenn ich all die Erlebnisse nur für mich behalte, oder? Also komm mit uns auf Reisen!

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